FDP: Balgprämie für Raubwild muss kommen

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Artenschutz darf nicht am Aufwand für die Bejagung scheitern

Wer Bodenbrüter und andere bedrohte heimische Arten schützen will, muss auch die Prädatoren endlich verstärkt in den Blick nehmen. Die FDP Wolfenbüttel fordert deshalb eine Aufwandsentschädigung für die intensive Bejagung von Raubwild.
„Artenschutz darf nicht bei der Forderung nach mehr Lebensräumen und Blühflächen aufhören. Wenn wir Bodenbrüter wie Kiebitz und Rebhuhn dauerhaft schützen wollen, müssen wir auch auf den Prädationsdruck endlich eine Antwort finden“, so Thomas Becker aus dem FDP-Stadtvorstand Wolfenbüttel: „Auch Junghasen oder Amphibien stehen zurzeit massiv unter Druck. Die Balgprämie für Raubwild muss kommen!“ Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere der Waschbär.

Jäger leisten konkreten Beitrag zum Artenschutz
Das Bundesjagdgesetz verbindet das Jagdrecht mit der Pflicht zur Hege. Ziel ist unter anderem ein den jeweiligen Lebensräumen angepasster, artenreicher und gesunder Wildbestand. Das niedersächsische Jagdgesetz verlangt darüber hinaus, dass bei Jagd und Hege die biologische Vielfalt erhalten und ökologische Erfordernisse berücksichtigt werden.
Beim Raubwild, speziell bei invasiven Arten wie Waschbär und Marderhund, besteht deshalb ein öffentliches Interesse daran, die Arbeit der Jagdausübungsberechtigten stärker zu unterstützen, um die heimischen Arten zu schützen. „Wir erwarten von den Jägerinnen und Jägern, dass sie ihren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Dann müssen wir aber auch bereit sein, den damit verbundenen zusätzlichen Aufwand anzuerkennen und zu unterstützen“, so Thomas Becker weiter.

Thomas Becker, Stadtratskandidat in Wahlbereich III mit Beagle Rita.

Niedersachsen unterstützt bereits die Fangjagd
Dass eine solche Unterstützung möglich ist, zeigt Niedersachsen bereits: Das Land fördert seit 2025 die erstmalige Anschaffung elektronischer Fangmelder für Lebendfallen mit 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Hintergrund ist ausdrücklich der Schutz seltener Arten vor Fressfeindes wie Fuchs, Marder, Waschbär und Marderhund.
„Wenn das Land anerkennt, dass die Fangjagd dem Artenschutz dient, sollte es konsequent sein und nicht nur die technische Ausstattung fördern. Auch der tatsächliche Aufwand für die intensive Bejagung von Raubwildarten muss berücksichtigt werden.“

Ziel ist der Schutz heimischer Arten
Die FDP schlägt deshalb vor, eine Balgprämie einzuführen. Denkbar wäre eine unbürokratische Zahlung je nachgewiesen erlegtem Raubwild. Voraussetzung sind selbstverständlich die Einhaltung der geltenden Jagd- und Tierschutzbestimmungen sowie eine nachvollziehbare Dokumentation der Strecke. „Wir wollen denjenigen den Rücken stärken, die draußen ganz praktisch Artenschutz betreiben. Wer nachts unterwegs ist, Fallen kontrolliert, Ansitze durchführt und invasive Arten reguliert, investiert Zeit, Geld und persönliche Arbeit. Eine Balgprämie wäre deshalb keine Belohnung für das Erlegen von Tieren, sondern eine Aufwandsentschädigung für eine gesellschaftlich erwünschte Naturschutzleistung.“

Ein seltenes Bild: Kiebitz im Landkreis Wolfenbüttel bei Ohrum.